Gastbeitrag von Willy Seelisch
Nur wenige Wochenenden nach den Deutschen Meisterschaften setzten die Kickboxer der Kampfsportschule Berk ihren sportlichen Weg erfolgreich fort.
Bei der gut besetzten „Battle of Hamburg“ in der CU Arena kämpften 481 Starter aus 63 Teams in insgesamt 716 Nennungen um die Podestplätze. Die thüringische Delegation präsentierte sich in hervorragender Verfassung und sicherte sich bei diesem Turnier drei Gold-, eine Silber- und fünf Bronzemedaillen.
In der Klasse Leichtkontakt (LC) Senior Male -63 kg knüpfte Jason Bätzel (Eisenach-Neukirchen) für die Kampfsportschule Berk an seinen deutschen Meistertitel der Vorwoche an und sicherte sich die Goldmedaille.
In seinem Auftaktkampf gegen Lukas Schulte (Triqui Performance Academy) überzeugte er mit gutem Timing; dank schneller Fäuste und geschickter Mattenbewegung gegen die Kicks des Gegners baute er sich früh einen Vorsprung zum 3:0-Sieg auf.
Im Finale gegen den Belgier Elias Gutierrez ergriff Bätzel sofort die Initiative, besetzte die Mattenmitte und hielt seinen Kontrahenten mit kurzen, schnellen Kombinationen sowie Kickserien im Schach. Trotz eines kleinen Endspurts des Belgiers verbuchte Bätzel einen nie gefährdeten 3:0-Erfolg.
Jasons Leistung ist an diesem Wochenende doppelt hoch einzuschätzen: Neben seinen eigenen Kämpfen übernahm er in Hamburg auch das Coaching der anderen Teammitglieder am Mattenrand und managte diese Doppelbelastung absolut hervorragend.
Eine erfolgreiche Revanche für die Deutsche Meisterschaft feierte Sophia Vogter (Dermbach), die im Pointfighting (PF) Junior Female -55 kg die Goldmedaille gewann.
Nach einem vorzeitigen TKO-Halbfinalsieg (6:1) gegen Marie Helene Jarneke (Martial Arts Factory), bei dem sie ihre Gegnerin gleich zweimal anzählen ließ, traf sie im Finale erneut auf Pauline von Held (Team Achmed Nabo).
Vogt bewegte sich geschickt um die gegnerischen Kickserien herum und dominierte das Duell mit schnellen Kopfkicks und einer technisch starken Finte zum klaren 13:3-Sieg.
Im Leichtkontakt der Juniorinnen steuerte sie nach einem couragierten Auftritt gegen Lotte von Cyrson (MTC Fighting Team) zudem eine Bronzemedaille bei.
Ebenfalls ganz oben auf dem Treppchen landete Iven Baumann (Bad Salzungen / Vacha) im Pointfighting der Klasse -47 kg. In einem knappen 11:10-Kampf gegen Deniz Toprak (Bielefelder Kampfsportschule) bewies er Nervenstärke und konterte den Bielefelder immer genau beim Absetzen des Kickbeins aus.
In der höheren Gewichtsklasse -52 kg bewies er taktische Reife: Nach einem deutlichen 11:1-Sieg gegen Luke Fuchsschwartz (Budokan Nordheide) sicherte er sich nach einer Niederlage gegen den Büdinger David Trebing die Bronzemedaille und stellte dabei das lineare Zurückweichen im Turnierverlauf komplett ab.
Ein gutes Turnier absolvierte auch Louis Sauer (Schmalkalden) in der Jugendklasse -63 kg, der sich doppeltes Edelmetall erkämpfte. Im Leichtkontakt sicherte er sich nach einem souveränen 3:0-Auftaktsieg gegen Leo Pilny, bei dem er vor allem im Clinch und im Konterspiel überzeugte, die Bronzemedaille.
Im Pointfighting steuerte er nach einem engen 6:8 gegen Alexandru Demianov, bei dem am Ende lediglich die nötige Variabilität in den Winkeln fehlten, eine weitere Bronzemedaille zum Teamergebnis bei.
Einen engagierten Auftritt verzeichnete schließlich Till Sauer. Der Schmalkalder trat 2026 erstmalig seit einer Verletzung im Frühjahr wieder an und stellte sich in Hamburg in zwei Disziplinen der Konkurrenz. Im Leichtkontakt (LC) Junior Male -74 kg traf er auf Raed Salame (Triqui Performance Academy).
Trotz einer 0:3-Niederlage zeigte Sauer eine solide boxerische Leistung, suchte den Vorwärtsgang und nahm am Ende die Silbermedaille mit. Im Pointfighting (PF) -69 kg stand er Ramazan Dogan (Martial Arts Factory) gegenüber, dem späteren Turniersieger der Gruppe. Sauer gestaltete den Kampf zunächst offen und punktete sowohl mit Faust- als auch mit Beintechniken.
In der Schlussrunde ließen jedoch die Kräfte nach, wodurch das Duell mit 7:17 verloren ging. Dennoch sicherte er sich in dieser Klasse die Bronzemedaille und sammelte wichtige Wettkampfpraxis für die kommenden Aufgaben der Kampfsportschule Berk.
Mit diesem starken Auftritt verabschieden sich die Kickboxer der Kampfsportschule Berk in die wohlverdiente Sommerpause. Dass alle fünf gestarteten Athleten trotz der enormen Sommerhitze in der Hamburger Arena bis zum Schluss vollen Einsatz zeigten und ausnahmslos mit Edelmetall belohnt wurden, unterstreicht die hervorragende Form des Teams.
Zusammen mit dem reibungslosen Einsatz von Anne Berk in der Turnierleitung präsentierte sich der Verein in Hamburg sowohl sportlich als auch organisatorisch als feste Größe auf nationalem Parket.
Nach diesem erfolgreichen Abschluss des ersten Halbjahres gilt es nun, in den kommenden Wochen zu regenerieren und frische Kräfte für die anstehende Herbstsaison zu sammeln.





